Einmal alles aufgeben für eine Weltreise mit dem Velo

Auf eine ganz besondere Reise machte sich das Ehepaar Luciano und Verena Lepre. Beide tourten nämlich mit Ihrem Velo um die Welt und wiederlegten alle Behauptungen man müsse eine Velotour genau planen und viel Geld investieren. Über die teils extremen Bedingungen, die Umstände und die schönsten Erlebnisse erzählen sie nun in verschiedenen Events und Veranstaltungen.

Weltreise Velo

Alles Bisherige zurücklassen

Ähnlich wie im Klassiker ‚In 80 Tagen um die Welt‘ von Jules Verne. Oder so wie der Schwede Göran Kropp, der von zu Hause aus mit dem Rad losfuhr um den Mount Everest zu besteigen. Nein, noch ein gewisses bisschen anders noch ein bisschen anders. Haus und Utensilien haben die Lepres aufgegeben um eine Weltreise mit dem Velo zu machen. Und das nicht für 80 Tage oder bloss ein Jahr. Insgesamt acht Jahre verbrachten die Lepres auf dem Velo und sahen die entlegensten Ecken der Welt und machten wunderbare Bekanntschaften. Eines dieser Jahre fuhren Sie sogar alleine, auf einem Trip zwischen Selbstfindungstour, Ausbruch aus der Gesellschaft und Ferien. Dabei beschränkten Sie sich nahezu auf das Nötigste, kalkulierten mit nur zwanzig Franken am Tag. Kein Wunder, da nur Gelegenheitsjobs manchmal für ein schmales Einkommen sorgen konnten. Im Tagesanzeiger berichteten die Lepres nun von Ihrem Trip, den Sie so ganz immer noch nicht abgeschlossen haben, da ihr Alltag sich massgeblich verändert hat und sie ständig Besuch aus aller Welt erhalten obwohl sie bereits 2004 in die Schweiz zurückkehrten.

Acht Jahre Abenteuer, Natur und Freundschaften

Grund für den Antritt der Reise war der Besuch von Freunden in Nepal. Dort wollten sie allerdings nicht aufhören und beschlossen die Reise mit dem Velo einfach fortzusetzen. Dass dabei nicht alles immer prima war, versteht sich von selbst. 176 Platten mussten sie reparieren, einmal sogar den völlig zerrissenen Schlauch mit Gras ausstopfen um das Rad noch schieben zu können. Wirklich gefährlich wurde es hingegen nur einmal, als Luciano in Guatemala City mit Pistolen bedroht und ausgeraubt wurde. Doch gelohnt hat es sich nach eigener Aussage auf jeden Fall. Nicht nur beeindruckende Pässe konnten befahren werden, wie zum Beispiel in Peru, sondern auch die Einladung eines Scheichs im Oman stellten unvergessliche Erlebnisse und Bereicherungen dar. Manchmal wurden Sie schon etwas mit Kopfschütteln begrüsst, wenn Sie erzählten, dass sie mit nur dem Velo bereits durch die halbe Welt geradelt seien. Selbst eine Steuerrechnung in Höhe von 50‘000 Franken, die sie in Patagonien unerwartet erreichte konnte die beiden nicht stoppen. Mitgebracht haben sie wertvolle Erfahrungen, die Einsicht, dass man keinen Luxus und keine Planung im Leben braucht, eine noch engere Beziehung zueinander und eine ganze Menge an Freunden.

Bildquelle: travellingtwo.com